Wohnhofprojekt

Kulturmittlerprojekt im Wohnhof Pfotenhauerstraße
   oder
wie gestalten wir aktiv unser Zusammenleben?

Im November 2019 starteten wir, gemeinsam mit dem Quartiersmanagement nördliche Johannstadt, das Projekt „Kulturmittler im Wohnhof Pfotenhauerstraße“ – ein stadtweit einzigartiges Pilot-Projekt zur Verbesserung des Zusammenlebens im Quartier.

Ziel unserer Initiative: die Bewohner*innen des Wohnhofs über soziale, sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg miteinander in Kontakt zu bringen, um eine aktive Gemeinschaft zu formen. Diese Wohnhofgemeinschaft soll sich perspektivisch möglichst selbstorganisiert um den Wohnhof und die Bewohner*innen kümmern und eine kulturelle Vermittlung und Vertrauensbildung anstoßen.

Die Idee lautet kurz und knapp: kennenlernen, vertrauen, vernetzen, verständigen, um ein Wir-Gefühl herzustellen und das Zusammenleben zu verbessern.

Hintergrundinfos zum Wohnhof:

Der im Eigentum der Vonovia befindliche Wohnhof Pfotenhauerstraße / Elisenstraße / Hopfgartenstraße in der Dresdner Johannstadt ist durch eine vielfältige multikulturelle Bewohnerschaft mit rund 2.200 Bewohner*innen geprägt.  In 28 Hauseingängen mit jeweils 40 Haushalten wohnen hunderte Menschen mit Wurzeln in Russland, Syrien, Deutschland, Afghanistan und vielen anderen Ländern und Kulturgruppen. Das Nebeneinander dieser unterschiedlichen Kulturen, Lebensgewohnheiten und Lebensrealitäten führte in den letzten Jahren zu Konflikten im Zusammenleben, etwa im Hinblick auf Ordnung und Sauberkeit, Mülltrennung, Ruhezeiten und Lärmbelästigung sowie Sicherheit. Aufgrund der vorhandenen kulturellen und sprachlichen Barrieren bestand bislang kaum kulturübergreifende Kommunikationsmöglichkeiten, die eine Konfliktbearbeitung ermöglichen würden.

Hintergrundinfos zum Projekt

  1. Projekt-Phase:

Von November 2019 bis Januar 2020 wurde deshalb in einer 1. Phase des Projektes eine Bedarfsanalyse durchgeführt, mit der neben Problemen und ersten Lösungsansätzen auch Bewohner*innen identifiziert wurden, die bereit sind, sich aktiv für eine Verbesserung des Zusammenlebens zu engagieren.

  1. Phase:

Aufbauend auf diesen Ergebnissen starteten wir im Juli 2020 mit einer Projektwerkstatt in die 2. Phase. In Anlehnung an das Worldcafé-Format veranstalten wir am 11. Juli im Garten des Johannstädter Kulturtreffs einen moderierten Ideenfindungsprozess mit knapp 40 Teilnehmenden. Im ersten Schritt wurden die Ergebnisse der Umfrage aus Phase 1 präsentiert und im zweiten Schritt fanden sich an verschiedenen Thementischen erste Projektideen. Im Ergebnis formierten sich 7 Arbeitsgruppen, die sich seit dem in  regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen zusammen finden. Die werden, sowohl bei der Gruppenfindung, als auch bei der Ideenerarbeitung begleitet und gecoached von den Teamerinnen Gabriele Feyler und Anne Richter. Als Ergebnis der Maßnahmen sollen möglichst stabile Gruppen aus verschiedenen Hauseingängen des Wohnhofs entstehen, die sich um jeweils eine Facette der örtlichen Problemlagen kümmern, um das Zusammenleben zu verbessern. Phase 2 endet im Dezember 2020.

Die AGs

Hier finden sie einen Überblick über die aktuellen Arbeitsgruppen mit ihren konkreten Projektideen
(ist noch in Arbeit):

  1. „Ich mag es sauber“ (Sensibilisierung der Anwohner*innen für Ordnung und Sauberkeit)
  2. „Blumenfee“ (gemeinschaftliche Begrünung der „grünen Ecke“ in der Hopfgartenstraße 19)
  3. „Du bist nicht allein“ (Seniorentreff)
  4. „interkultureller Elterntreff“ (Eltern verstehen, wie Schule funktioniert)
  5. „Ein Begegnungsraum für Alle“ – (Kontakt, Gemeinschaft, gutes Miteinander initiieren )
  6. „Begegnungsräume für Jugendliche schaffen“ (sinnvolle Freizeitgestaltung organsieren)
  7. „Hoffest“ (Wir feiern unsere Nachbarschaft, um uns besser kennenzulernen)

Wenn Sie Interesse haben und sich einbringen wollen, kontaktieren Sie uns unter:
zusammenleben@willkommen-in-johannstadt.de

Ausblick:

mittelfristig:

Ein mittelfristiges Ziel ist es, die Bewohner*innen zu befähigen und zu ermächtigen, eigene konkret umsetzbare Projekte zu planen, die erforderlichen Voraussetzungen (z.B. Abstimmung mit Akteuren, Finanzierung) zur Projekt-Umsetzung zu schaffen, sowie die entstehende Gemeinschaft aufrecht zu erhalten und kontinuierlich zu erweitern.

Unser Pilotprojekt ist dient als Beispiel dafür, gemeinsam zu erproben, wie unter den gegebenen Bedingungen Gemeinschaftsbildung und selbstorganisierte Maßnahmen zur Verbesserung des Zusammenlebens auf Wohnhof-Ebene möglich werden, um die Erkenntnisse anschließend auch auf andere Wohnhöfe übertragen zu können.

Langfristig:

Langfristiges Ziel könnte – wenn von der Bewohnerschaft mitgetragen – ein Wohnhofrat sein, in dem Vertreter*innen verschiedener Bewohnergruppen gemeinsam mit der Vonovia über aktuelle Entwicklungen im Wohnhof beraten und über die Finanzierung kleinerer Projekte aus einem Wohnhoffonds eigenständig entscheiden.

Projektträger ist Willkommen in Johannstadt e.V., der das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Vonovia und dem Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt durchführt.

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