11 Mai 2021

Das Wohnhofprojekt

Am 11. Mai startet in der Dresdner Johannstadt im Wohngebiet Pfotenhauerstraße/Hopfgartenstraße/Elisenstraße ein stadtweit einzigartiges Einwohner-Pilotprojekt. Das Zusammenleben hier lässt derzeit noch viel Raum für Veränderungen. Seien es soziale, sprachliche und kulturelle Barrieren, herumliegender Müll bis hin zu Schmierereien oder nächtlicher Lärm, der von den Bewohnerinnen und Bewohnern zunehmend als störend empfunden wird. Es fehlt an Möglichkeiten und der Motivation zum Kennenlernen beim gemeinsamen Tun, Austausch, Möglichkeiten zu Sport und Spiel.

So haben die Initiatoren, „Willkommen in Johannstadt e. V.“ in enger Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement nördliche Johannstadt, der Vonovia und der Stadt Dresden eine Idee geboren: das Wohngebiet zu einem funktionierenden, lebenswerten Dorf werden lassen!

Wie? Gabriele Feyler und Anne Richter als Projektteam vor Ort suchen interessierte Bewohner und Bewohnerinnen, bringen diese miteinander in Kontakt und motivieren sie, sich in „ihren“ Häusern zu engagieren und Hausgemeinschaften zu bilden.

So können Konflikte offen angesprochen und im besten Fall sofort geschlichtet werden. Fühlen sich Mieter und Mieterinnen verantwortlich, kann eine Mieterselbsthilfe entstehen, die langfristig gemeinsam und selbstbestimmt aktiv wird. Sich umeinander kümmern, die Kulturen einander sich annähern lassen, Vertrauen aufbauen – all das hilft, bestehende Defizite in eine gemeinsame Verantwortung zu bringen.

Nach und nach soll so ein Wohnhofbeirat mit einem eigenen Fonds entstehen. Wofür die Gelder verwendet werden, bestimmen die Mieter und Mieterinnen selbst.

Die Initiatoren wollen mit all jenen ins Gespräch kommen, die sich für die Entwicklung des Zusammenlebens im Wohngebiet interessieren und daran teilhaben wollen. Wichtig ist eine gemeinsame, abgestimmte Sicht, wie eine Umgebung geschaffen werden kann, in der man gerne lebt.

Im Mai startet das Verfahren zunächst in die Pilotphase der Hausversammlungen und der Wahl von Mietersprecher oder Mietersprecherinnen.

Das Pilotprojekt dient als lebendiges Beispiel dafür zu erproben, wie sich unter den gegebenen Bedingungen Gemeinschaften entwickeln und selbstorganisierte Maßnahmen das Zusammenleben verbessern. Anschließend sollen die Erkenntnisse auch auf andere Wohngebiete übertragen werden.

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