01 Jun

Unterstützung geben und Begegnung leben …

… damit Integration gelingen kann. Das ist das Fazit am Ende eines sehr inspirierenden Nachmittages, am Mittwoche, den 30. Mai, zum Treffen der Ehrenamtskoordinator*innen und Vertreter*innen der Netzwerke.

Die Begegnung war geprägt von einem lebendigen und spannenden Austausch der Akteure verschiedener Dresdner Ehrenamtsinitiativen, Institutionen und Vereine. „Willkommen in Johannstadt“ gab einen Einblick in den Prozess der Gewinnung von Ehrenamtlichen. Cabana e.V. berichtete über deren Erfahrungen bei der Begleitung von Ehrenamtler*innen und Pat*innen. Mediatorin Irene Pirschel gab einen Einblick in die Möglichkeiten der Begleitung der Ehrenamtsarbeit durch Supervision. Ins Leben gerufen wurde das Treffen von Michaela Schoffer (Kirchlich Beauftragte für Flüchtlingsarbeit in Dresden und Umgebung) und Clemens Hirschwald (Koordinator Ehrenamt/ Asyl). Allgemein kam der Wunsch auf, sich zukünftig in regelmäßigen Abständen zum gemeinsamen Austausch zu treffen.

Im World-Cafe wurden die Herausforderungen im Umgang mit Ehrenamtlichen, Behörden, Geflüchteten, Strukturen und Inhalten zusammengetragen. Gestartet wurde mit einer Beschreibung des Ist-Standes: Was gelingt schon gut? Wo gibt es noch Reserven oder Wünsche?

Aktuell zählt die Integration von Geflüchteten fraglos zu den wichtigen  Herausforderungen für Politik und Gesellschaft in Deutschland. (Rund 1,2 Millionen Menschen sind 2015 und 2016 nach Deutschland geflohen und viele von ihnen werden mindestens mittelfristig bleiben.) Die unmittelbaren ersten Aufgaben der Aufnahme – Unterbringung, Sprach- und Integrationskurse – sind mittlerweile erfolgt. Aktuell geht es darum, den Zugang zu Bildung für alle Neuankommenden, den Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete und eine optimale Aufgaben- und Lastenteilung zwischen den staatlichen Ebenen zu gestalten. Die in den vergangenen Jahren und Monaten nach Deutschland gekommene Flüchtlinge leben heute in Städten und Gemeinden, in Nachbarschaften und in neuen sozialen Kontakten. So auch hier in der Johannstadt.

Was ist zu tun?

Nun gilt es die Begegnung im Alltag zu gestaltet und zwar für alle von allen. Klingt utopisch? Oder einfach nur normal, menschlich, echt? Allgemeine Beobachtung: Es gibt eine wachsende Zahl an Menschen, die sich isoliert fühlen. Andere wiederum nehmen Veränderung – jedweder Art – als Bedrohung war. Wie kann dem begegnet werden? Erste Schritte sind schon getan. Sehr viele Dresdner Initiativen, Vereine, Privatpersonen haben Begegnungsräume geschaffen – Angebote, wie Gemeinschaftsgärten, Chöre, Lesezirkel oder private Grillabende im Hinterhof. Es wird gemeinsam gekocht, gespielt, gelernt, musiziert, gewandert oder Fussball gespielt. Ein Kennenlernen im gemeinsamen Tun. Davon braucht es tatsächlich noch mehr. Vor allem auch die Eigenititiative der Menschen vor Ort. Darüber bestand Einigkeit unter den Aktiven.

Fazit: Wenn im Alltagsleben einer Kommune das Miteinander in Vielfalt funktioniert, profitiert davon die Gesellschaft insgesamt. Und jeder einzelne ist hier gefragt.

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