14 Mai

Ein Libyer – eine Jeans – ein spannender Nachmittag

Basteln und Nähen mit Maike und Gunda – ein Libyer kommt in Fahrt

An jedem zweiten Sonntag im Monat heißt es im Adventhaus Dresden, Nähe Fetscherplatz „Kreativer Nachmittag – Basteln und Nähen mit Maike und Gunda“. Das Projekt soll nicht nur Flüchtlingen in Dresden helfen, sondern auch den Einheimischen. Zu nähen und zu basteln gibt es schließlich immer etwas.

Beim letzten Treff konnten wir neben unseren Stammgästen auch einen Asylbewerber aus Libyen begrüßen. Der junge Mann war schon eine Stunde vor der Zeit im Adventhaus, ausgerüstet mit Kopfhörern, einem zerschrammten Smartphone und einem Flyer in der Hand. So begann unser Nachmittag mit dem Mann von der anderen Seite des Mittelmeeres.

Der junge Libyer wollte zwei Löcher in seinen Jeans reparieren, an jedem Bein eines. Unter seinen Händen summte schon bald die Nähmaschine. Er setzte die Flicken sogar von innen auf, was Mitorganisatorin Gunda Schrock in Erstaunen versetzte: „Die Männer können einfach nähen. Das ist anders als bei uns.“ Nach der Reparatur der Hose kam der Libyer in Fahrt: er wühlte in den zahlreich vorhandenen Stoffen und begann, eine Stoff-Collage zu basteln.

Die Verständigung war leichter, als gedacht. Auch wenn der freundliche Mann eher französisch sprach und gefühlt nur zehn deutsche Wort konnte. Mit Händen und Füßen, guter Laune und ein bisschen Empathie wurde ein eindrücklicher Nachmittag daraus. Auf seinem zerschrammten Smartphone zeigte er uns ein Bild seiner Flucht.

Wir hatten einen sehr angenehmen, kreativen Nachmittag und sind schon ganz gespannt, was sich noch alles aus diesem kleinen Projekt entwickeln wird.

Das Adventhaus Dresden lädt jeden zweiten Sonntag im Monat, 15 bis 17.30 Uhr ganz herzlich zum „Nähen und Basteln“ ein. Besonders eingeladen sind die Bewohner des Wohnheims Florian-Geyer-Straße 48 in 01307 Dresden-Johannstadt.

Nächster Termin:
So, 12.06.2016 15:00 Uhr, Haydnstraße 16, 01309 Dresden-Striesen

Weitere Informationen:
www.sta-dresden.de  > Nähen mit Flüchtlingen

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